Langeweile

Gedanken zu diesem  Thema: ein Gefühlszustand, der in der Regel negativ besetzt ist; ich möchte aber auch die  etwas gegenläufige Betrachtungsweise – die Eulenperspektive – hier skizzieren.  Ich  unterscheide zwischen zwei Arten von Langeweile:

  • der „erzwungenen“Langeweile- einem Gefühl, was sich breit macht, wenn wir uns mit für uns Uninteressantem  konfrontiert sehen: was uns keinen Sinn macht, mit unseren Bedürfnissen zu wenig zu tun hat. Wenn wir dann nicht weggehen oder etwas  ändern zu können, empfinden wir Lange -Weile. Im wörtlichen Sinn wird  die Zeit (=Weile) als  lang ( dauernd) empfunden, was als quälend und anstrengend empfunden wird;
die Aufmerksamkeit zerfasert wie die Fasern dieses Taus

Langeweile

dann zerfasert unsere Aufmerksamkeit wie die Fasern dieses Seils :wir langweilen uns, werden unruhig ( Impulse, zu gehen) und wenn das nicht möglich ist (Schule. Meeting. Vortrag.ä.) dann bleibt uns nur, die Qual zu lindern, indem wir und in Achtsamkeit üben –  oder uns auf den Flügeln der  Phantasie an einen Ort unserer Wahl bringen lassen – einen kleinen Tagtraum  kreieren, einen virtuellen Videoclip erstellen.

  • der Art von „Leere“, die entsteht,  wenn ich keine von außen bestimmte Tätigkeiten zu erledigen habe, sondern Zeit und Wahlfreiheit habe – und (noch) nicht spüre, was ich möchte. Diese Situation ist in unserer Gesellschaft negativ konnotiert; schon früh lernen wir, daß uns in solchen Situationen vorgeschlagen wird, doch etwas zu tun -oft auch: etwas „Nützliches“ zu tun.

Neben der Tatsache, daß man darüber, was „nützlich“ oder „sinnvoll“ ist, durchaus sehr verschiedener Meinung sein kann, hat dieses Training im Vermeiden von Langeweile der 2. Ausprägung einen großen Nachteil: zum einen vermeiden wir oft, indem wir uns mehr oder minder oberflächlichen Aktivitäten zuwenden, (uns mit Fernsehen o.ä. berieseln lassen)die vielleicht auch nicht besonders „sinnvoll“sind, zum anderen verlernen wir, dieser Phase des „Noch – nicht – Spürens“, Raum zu geben. Und die könnte uns die Tür öffnen und zu etwas führen, was ich gern den  ° Diamanten in uns ° nenne.

Deshalb werbe ich hier mal für ein anderes Umgehen mit diesem Gefühl:

wenn eh` gerade kein Bedürfnis, kein Wunsch, kein Impuls da ist, das/den man umsetzen möchte, dann könnte man ja mal mit der Aufmerksamkeit nach „innen“ gehen; einfach nur sitzen und auf den Atem achten – und wahrnehmen, was dann geschieht ( ohne es gleich ändern zu wollen). Dann merkt man vielleicht, daß man unbequem oder verspannt sitzt, daß man vielleicht kalte Füße hat, daß es vielleicht hier und da „ziept“- was man vorher nicht realisiert hat. Und – daß die Gedanken wandern: hierhin. dahin. was noch müßte. was war. was sein sollte. was noch nicht erledigt ist. Diese Gedanken einfach nur akzeptieren- ohne zu werten- und sie dann loslassen wie ein Blatt, das einem im Herbst ins Haar weht: ich nehme es, schau es an: aha, ein Ahornblatt, und laß` es los. Der Wind kann es weitertragen.

Mit etwas Übung in dieser Art des Meditierens können wir Bekanntschaft machen mit einer anderen Art von Bewußtsein ohne Absicht , einfach nur Da-Sein. Jemand hat mal gesagt, das sei wie: „nach Hause kommen“ Ich finde, das trifft es gut – vielleicht haben Sie Lust, das auszuprobieren und selbst zu entdecken, was dann geschieht.

 Leichtigkeit  Momente von intensiver Freude   Glück.

 



 

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