Enttäuschung

Jepp, ist ein Thema, mit dem wir im Leben immer mal wieder konfrontiert werden. Also eigentlich nichts Dramatisches – eher etwas Triviales.

Leider ist der Umgang mit Enttäuschungen häufig eher wenig trivial. Es zeigt sich häufig, daß dieses Gefühl versucht wird zu vermeiden – mit unangenehmen Folgen.

Wie oft hört man: “ das mag ich X nicht sagen- ich will ihn/sie nicht enttäuschen.“ Ja, warum denn nicht? Wenn das, was da unter Verschluß gehalten wird, nicht ausgesprochen wird, bleibt X  weiter getäuscht –  bleibt der Meinung, es gäbe nichts, über das man sprechen müßte. Und der/die andere Seite enttäuscht sich selbst, weil sie sich vermutlich  zu etwas zwingt, was sie eigentlich so ( oder jetzt, oder überhaupt) nicht möchte.  Wenn sich solche nicht ausgesprochenen Dinge häufen, wird irgendwann die Blase platzen und die „gesammelten Werke“ fliegen X um die Ohren. Dann dürfte es nicht mehr nur um eine kleine Enttäuschung gehen, sondern um Empörung über einen unehrlichen Umgang .

Enttäuschung  ist ja unter anderem ein Zeichen dafür, daß wir etwas wirklich gern getan/bekommen hätten. Klar sind wir dann enttäuscht! wenn ich eine Bitte oder Einladung o.ä. ablehne, wär`s doch auch merkwürdig, wenn  damit einem „ok- wunderbar“ quittiert würde – oder nicht?  Ziemlich hakelig wird`s jedoch, wenn Enttäuschung nicht „erlaubt“ ist – Menschen sich dieses Gefühl innerlich verbieten ( es als „schwach“ abwerten) und leugnen, enttäuscht zu sein. Eine Maske aus scheinbarem Verständnis aufsetzen mit: “ ja, ok; macht ja nichts“ oder „Kann ich verstehen“ und dann aus dem Kontakt gehen und stillen Groll hegen.

Noch hakeliger wird es, wenn  die Enttäuschung zwar gespürt wird, auch ausgesprochen und gezeigt wird – jedoch  aus frühen Erfahrungen heraus mit mit dem Damokles-Schwert “ dann bin ich dir nicht wichtig“ oder “ Du liebst mich nicht“ verknüpft wurde.  Hier sorgt eine destruktive Verknüpfung für Unfreiheit und Nötigung in einer Beziehung.

Sich zu etwas nötigen / nötigen zu lassen ist kein  Test/ Beweis für Zuneigung!!

Wie bekommt`s?

Enttäuschung zulassen – durchaus auch zeigen und aussprechen – ist erleichternd für den Enttäuschten;  allerdings muß er darauf verzichten, damit Vorwürfe zu verknüpfen-sonst wird`s mit der Erleichterung nix…. Und der Enttäuschende kann dieses Gefühl des Anderen annehmen – einfach nur akzeptieren. Sich verteidigen tut nicht not – es reicht,    und ist ein mutiger Akt, dazu zu stehen, daß etwas Versprochenes oder Gewünschtes nicht geschieht, weil es sich für den Moment, oder in dem Ausmaß, oder prinzipiell,  nicht stimmig anfühlt.

Leider wird dieses mutige Zu -seinen- Genzen- Stehen  in unserer Gesellschaft sehr häufig als „Egoismus“ verurteilt – was es per se wirklich nicht ist.

 

 

%d Bloggern gefällt das: