zwei gleich starke Wünsche

Ambivalenz

Ambivalenz – ein weiteres Thema  aus der Welt der Gefühle, das uns wie „die Qual der Wahl“  das Leben schwer machen kann.
Während es sich beim Thema „Entscheidungen“ darum handelt, mit ähnlich starken Gefühlen zu zwei – oder mehr – „Objekten“ im Außen umzugehen, bedeutet Ambivalenz das Erleben gleichzeitig vorhandener, gegensätzlicher Gefühle zu einem „Objekt“ im Außen.

Ist schon das Umgehen mit Entscheidungen manchmal nicht einfach, so kann uns  die Ambivalenz noch mehr zu schaffen machen- wie kann man mit dieser Spannung erzeugenden inneren Situation umgehen?

Ambivalenzen kennen wir alle – in manchen Situationen taucht sie unweigerlich auf:

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hier Interesse an Besuchern und gleichzeitig der Wunsch nach Rückzug.

Neulich erzählte mir jemand: „…eigentlich sind mir Jahrestage ( Kennenlern-Tag, Hochzeitstag) nicht wichtig. Aber als mein Freund sich dann für diesen Tag etwas anderes vorgenommen hatte, war ich überrascht, wie doll ich doch enttäuscht war.“ Sie konnte die Ambivalenz dann doch ansprechen und so ein „Neu-Verhandeln“ ermöglichen.

Die wichtigste Eigenschaft, die uns da hilft, ist das Akzeptieren der gegensätzlichen Gefühle ( das heißt nicht, daß mir das gefallen muß!). Das gelingt natürlich nur, wenn ich sie „bewußt“ fühle. Wenn eines der Gefühle nicht „erlaubt ist“, suche ich es zu verstecken. Geht aber nicht – meist übertreibt man dann die eine Seite und die andere schleicht sich über Umwege ein:  zeigt  sich zum Beispiel in non-verbaler Weise: über Tonfall oder Gestik/Mimik, die zum Gesprochenen nicht paßt.  Oder es kommt zum „Kippen“: mal so, mal gegenteilig reagieren.

– Was ein achtsames Gegenüber irritiert.                                                                                             – Was auch dazu führen kann, daß man es dem Ambivalenten nicht „recht“ machen kann.

In Beziehungen finden wir zum Beispiel die Sehnsucht nach Nähe – verbandelt mit der Angst vor Nähe. Oder die Sehnsucht nach „Versorgt- werden (Abhängigkeit) und dem  Bedürfnis nach Autonomie. Gern genommen auch in der Pubertät: „ich bin doch schon erwachsen!“ (aber wehe, Du behandelst mich so !) “ Hilf´ mir! „( aber wehe, Du tust das!).

Ein Leben ohne Ambivalenz ist nicht möglich.Wir sind alle nicht so eindimensional- und kennen beide Seiten einer Medallie. Das bewußte Umgehen mit ambivalenten Gefühlen und Bedürfnissen hilft, sich nicht in solchen Konflikten zu verknäulen. Dann ist es möglich, beide Seiten an-/ auszusprechen und vielleicht sogar Humor zu entwickeln.

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